Dorfarbeit

"Indien lebt in seinen Dörfern" (Mahatma Gandhi)

Ghosaldanga und Bishnubati sind zwei Dörfer 150 km nordwestlich von Kolkata im indischen Bundesstaat West-Bengalen. Die vom  bengalischen Dichter Rabindranath Tagore gegründete Universitätsstadt Santiniketan liegt nur 8 km entfernt. 

Die Bewohner  gehören dem Stamm der Santals an, einem der größten Ureinwohnerstämme (Adivasis) in Indien. In beiden Dörfern leben rund 900 Menschen, in Ghosaldanga rund 45 Familien, in Bishnubati 90 Familien.

In den beiden Dörfern begann 1984, inspiriert und moderiert von Martin Kämpchen, eine Entwicklungsarbeit mit dem Ziel, die Menschen der Dörfer ganzheitlich in allen Lebensbereichen zu fördern, dabei aber Gleichgewicht zu halten zwischen kultureller Bewahrung und Weltöffnung, zwischen wirtschaftlichem Fortschritt und Erhaltung einer wertvollen natürlichen Lebensweise.

Hauptsächliche Ansatzpunkte zur Dorfentwicklung und damit Arbeitsschwerpunkte sind Bildung und Erziehung. Die sprachlichen und kulturellen Besonderheiten der Santalkinder berücksichtigt der Rolf-Schoembs-Vidyashram (RSV), eine private Santal-Grundschule bis zur vierten Klasse.

Santalkinder ab der vierten Klasse erhalten neben ihrem Unterricht an einer staatlichen Schule morgens und abends ergänzende Betreuung in "Coaching Centres". Schulkinder aus schwierigem familiären Umfeld können in einem Wohnheim (Hostel) untergebracht werden.

Zahlreiche Aktivitäten und Projekte finden auch in den Bereichen Medizin, ökologische Landwirtschaft und Kultur statt. Die Kultur der Santals wird durch Tanz- und Gesangsfeste lebendig gehalten. Damit Kultur und Geschichte der Santals nicht verloren gehen, wurde in Bishnubati das erste Santal-Museum eingerichtet.